Ya tengo que despedirme!!!

25Juli2014

No puedo creerlo, pero ya tengo que despedirme!
Sin duda, encontré el paraíso del mundo aqui en Costa Rica ! Para mi fue todo un placer haber conocido a tanta gente tan linda y especial. Quisiera dar las gracias en particular a mis familias ticas y tambien a mis profesoras del Instituto: ustedes son los mejores!!!
Despues de viajar por todo el país, ahora estoy muy segura que si yo sé lo que significa la PURA VIDA!!!! Alemania, aqui voy. Pero no se preocupe : ciertamente regresaré muy pronto. Hasta luego Costa Rica, te quiero muchisimo :) <3333

 

 

Wer hätte es gedacht, so schnell können 3 Monate vorübergehen… Hinter mir liegt eine tolle, aufregende, ereignisreiche, sonnige, heiße, lustige, naturintensive, spannende, lehrreiche und einfach rundum perfekte Zeit und ich weiß, dass ich die hier gemachten Erfahrungen nieeemals vergessen werde!!!
Allem voran sei natürlich einmal meine neu erworbene Spanisch-Kenntniss zu nennen… Es würde mich kaum wundern, wenn jemand oben im Text ein paar kleine Fehlerchen findet und nach nur 5 Wochen Sprachkurs spreche ich sicher alles andere als perfektes Spanisch… Um ehrlich zu sein bin ich der Meinung, dass mein Spanisch in meiner letzten Sprachkurswoche sogar besser war als jetzt, zumindest was die Richtigkeit von Satzkonstruktionen angeht, denn auf Grammatik oder ähnliches habe ich in Esterillos kaum noch geachtet:D Meine Fähigkeiten, zu kommunizieren und das „Straßen-Spanisch“ zu benutzen sind aber ganz sicher immer besser geworden, auch wenn man mit den Ticos am Strand wirklich den absoluten Costa-Rica-Slang lernt, denn die Ticos haben eigentlich für alles ihre eigenen Ausdrücke und oft hatte ich sogar das Gefühl, dass die Menschen aus der Stadt viel besser zu verstehen waren^^ Wenngleich ich aber natürlich in den 3 Monaten nicht zum absolut perfekten Sprach-Genie avanciert bin, finde ich es selbst unglaublich, wie super schnell und einfach man auf einmal eine Sprache versteht, die man noch vor weniger als 90 Tagen nicht einmal im Ansatz kannte!
Nur zu gut erinnere ich mich an den Abend (bzw. die späte Nacht) zurück, als ich in meiner ersten Gastfamilie angekommen war und nichts weiter als ein freundliches „Hola!“ zustande brachte, was damals tatsächlich so ziemlich alles war, was ich an Vokabular schon auf dem Kasten hatte ;) Umso unglaublicher fühlt es sich an, wie von jetzt auf gleich ganz normale Unterhaltungen in Spanisch führen zu können, spanische Filme zu verstehen, die Menschen mit ihrer Kultur und ihren ganz verschiedenen Sprechweisen kennengelernt zu haben, denn wie ich feststellen durfte, unterscheidet sich hier in Costa Rica ortsbedingt manchmal sogar das Vokabular und der „Klang“ der Sprache, wenn man genau darauf achtet!
Gestern bei der Taxifahrt mit meinem Gepäck nach Santa Barbara habe ich mich die gesamte Fahrt mit dem Taxifahrer über meine Reise unterhalten, ihm erzählt wie es mir ergangen ist und wohin ich überall gereist bin… Als er daraufhin meinte, ich hätte schon mehr Orte in Costa Rica gesehen als er, und sei nun mit meinen Reisen durchs Land, meiner gebräunten Haut und meinen in so kurzer Zeit gewonnenen Spanisch-Kenntnissen mehr Tica als er selbst, erfüllte mich das wirklich ein kleines bisschen mit Stolz, auch wenn mir klar war, dass er bestimmt nur Smalltalk führte ;)
Womit wir aber schon beim nächsten Stichwort wären: dem REISEN!!! Auch das macht einen ein wenig stolz, sich die Landeskarte anschauen und sehen zu können, wo man eigentlich überall gewesen ist… Von Karibik über Pazifikküste über Bergland, Vulkane, Guanacaste-Halbinsel und das zentrale Hochland habe ich wirklich mein bestes gegeben, um möglichst alle Ecken des Landes abzuklappern und die verschiedensten Landschaften, Klimata und Tierarten kennenzulernen, die Costa Rica so zu bieten hat! Meine geliebten Faultiere (ihr erinnert euch vielleicht an meine Faultier-Passion^^) habe ich sogar nicht nur öfters sehen sondern sogar babysitten dürfen, was nur eines meiner animalischen Highlights war, die ich von hier mitnehmen darf!! Lustig ist es auch, wie normal es in Esterillos geworden ist, jeden Tag die Papageien in den Palmenkronen krächzen, die Leguane in den Straßen kriechen und die Wildpferde über den Strand traben zu sehen, als sei es das gewöhnlichste der Welt…

Vermissen werde ich die Mentalität der Ticos, für die alles einfach Pura Vida ist (die Tico-Time-Verspätungen seien damit mal entschuldigt, hier wird eben alles etwas lässiger angegangen, als im korrekten Deutschland;) ) Vermissen werde ich die Lehrer aus dem Institut, die wirklich zu Freunden für uns Schüler geworden sind und uns viele lustige Stunden im Unterricht bereitet haben, in denen es nicht nur viel zu lernen, sondern auch stets viel zu lachen gab! Vermissen werde ich den alten Mann, der mir jeden Morgen auf dem Schulweg in der Sonne sitzend und Zeitung lesend ein freudiges „Pura Vida“ zurief und dabei immer die Zeitung kurz niederlegte, um mir schnell noch hinterherzuwinken. Vermissen werde ich auch den Kerl, der sich jeden Morgen an der Bushaltestelle wartend und stets ein Trinkpäckchen trinkend ein mit starkem Akzent behaftetes, aber scheinbar extra für mich erlerntes „Guten Morgen, du bist wonderschoen“ abrang; woher er wusste, dass ich deutsch bin, ist mir bis heute ein Rätsel :D (wahrscheinlich war meine käsig weiße Haut einfach zu verräterisch ;) )
Vermissen werde ich meinen „playita linda“ mit den „olas grandes“, die einen beim Planschen zwar oft umgehauen haben, beim Wellensurfen mit Body Board aber immer großen Spaß bereitet haben (das Surfen habe ich tatsächlich nicht mehr geschafft, weil Cesar die letzten Wochen nicht kommen konnte, aber das werde ich sicher irgendwann auch noch ausprobieren dürfen;) )
Vermissen werde ich meine niños cariñosos aus dem Kindergarten, die mir beim Basteln und bei so manchem Heulanfall zwar manchmal doch ein paar kleine Nervlein abgerungen, in den 7 Wochen Projekt aber absolut mein Herz gewonnen haben!!!! Vermissen werde ich die comiditas ricas, die Yami stets im Kindergarten gezaubert hat, sowie generell das Essen hier, auch wenn es wirklich häufig „arroz-con-frijoles“-lastig war :D (ich denke es wird jetzt trotzdem erst mal ein paar Tage Reis-Pause für mich geben :P) Vermissen werde ich den gigaaantischen Pool und natürlich das Meer vor meiner Haustüre, die jeden Tag dafür gesorgt haben, dass mir gar nicht langweilig werden konnte! Vermissen werde ich vor allem auch die Transport- und Unterkunftpreise hier, die mir meine ganze Reiserei finanziell überhaupt erst möglich gemacht haben! Vermissen werde ich die Vulkane, die übergrünen Pflanzen und Palmen, den „demasiado“ blauen Himmel und die tropisch heiße Sonne, den Strand, die Affen und Faultiere, den Leguan, der in der Regenrinne vorm Haus gewohnt hat und immer panisch in sein Loch geflohen ist, wenn man kam, die Berge und Seen und Wasserfälle und Flüsse und einfach diese unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna, mit der mich Costa Rica wirklich vollends überzeugt hat!!!
Am aller aller allermeisten aber werde ich ganz klar die Leute hier vermissen, die lieben, herzlichen und gastfreundlichen Ticos, meine Lieblings-Yami und meine mamita tica Rosita, die mir den Abschied gestern so wahnsinnig schwer gemacht hat und „sobre todo“ meine Freunde aus der Sprachschule (Coco, an dieser Stelle eine EXPILZIT FETTE Erwähnung und ein DANKE an dich, du warst da als ich kam und bist da wenn ich gehe, fast alle Reisen haben wir zusammen durchgestanden! (Und auch meinen ersten Überfall, jetzt kann ich wirklich sagen, ich habe alle Erfahrungen gemacht, die ein Backpacker in seinem Backpacker-Dasein wohl so erleben muss ;) ))

So und nach der ganzen Vermisserei kann ich euch trotzdem hoffentlich beruhigen: NATÜRLICH freue ich mich auf zu Hause, jetzt wo der Heimflug so nahe ist, entwickelt man ja doch ein klein bisschen Vorfreude ;)
Ich freue mich waahnsinnig auf mein hammergeiles Haferflocken-Crunshy-Obst-Joghurt-Müsli am Morgen, aus irgendeinem Grund ist das das Gericht, auf das ich in den letzten Wochen die allergrößten Gelüste aufgebaut habe, warum auch immer :D Ich freue mich auf eine Lasagne von meiner Mami (du musst mir sofort eine machen, Mama:D), auf mein eigenes Bettchen und eine mit Sicherheit IMMER warme Dusche! Ich freue mich auf einen Sommer, wo es nicht schon um 6 Uhr abends dunkel wird, ich freue mich unglaublich doll auf deutsches Brot und ich freue mich, bald vielleicht wieder ohne Ventilator schlafen zu müssen, der die abartige Hitze im Zimmer bekämpft.
Zu guter Letzt und am aller meisten freue ich mich auf EUCH!!!! Auf meine Familie, auf meine Mädels, auf Marius und einfach alle, die vielleicht in der letzten Zeit mal an mich gedacht haben:) Macht euch auf fette, ausgiebige Umarmungen gefasst!!!

Jetzt gilt es eigentlich nur noch, ein letztes Mal im tropischen Costa Rica ins gemütliche Bett zu schlüpfen, ein letztes Mal die leckersten und reifesten Früchte der Welt zu frühstücken und anschließend mit meinem Koffer den Weg zum Juan Santamaria Airport zu meistern, von wo aus es mit kleinem Zwischenstop in Chicago tatsächlich zurück nach Deutschland geht!

Wie gesagt: Alemania, aqui voy! Wir sehen uns ganz bald, ich freue mich ganz doll auf euch und knutsch euch ein letztes Mal aus der Ferne!!! :***

Eure Pauli

(Zum Abschluss eine Bilderflut aus Esterillos, dem besten zweiten Zuhause der Welt!)

       

       

Ciao Esterillos, lugar mas hermoso!!!

24Juli2014

Tatsächlich musste ich mich heute schon von meinem geliebten Strand verabschieden und kann noch immer nicht glauben, wie schnell die Zeit hier vergeht!!!
Die letzte Woche im Projekt lief mal wieder mehr als entspannt und da ich ja all meine Sachen nur in den Koffer schmeißen musste, gab‘s nicht mal wirklich Packstress:)
Am Montag habe ich zwei Stunden lang fein säuberlich Blätter zurecht gemessen und geschnitten, um am Dienstag noch eine letzte Bastelarbeit mit den Kindern zu vollbringen! Anfang August ist in Costa Rica nämlich der Dia del Madre (Muttertag) und dafür wollten wir mit den Kiddies kleine Geschenkkörbchen basteln. Mithilfe der vorbereiteten Materialien mussten die Kinder im Prinzip nur noch die Seiten nach oben klappen und den Kleber an die richtige Stelle setzen; und obwohl sich der Kleber bei vielen am Ende auf so ziemlich jedem freien Fleckchen Papier befand, hatte sich die mühsame Ausmesserei mehr als gelohnt, denn am Ende hielt tatsächlich jedes der Niños stolz ein fertiges und dazu noch wirklich hübsches Körbchen in der Hand! :)
Was ein wenig traurig war, war dass mir die Maestra erst sehr spät Bescheid sagte, dass am Mittwoch keine Clases sein würden… Da fast alle Kinder bereits von ihren Eltern abgeholt waren und ich eigentlich dachte, dass ich sie noch einen weiteren Tag sehen würde, hatte ich mich nun gar nicht richtig von ihnen verabschieden können :( Aber wie immer sehe ich die Sache positiv, so blieb mir wenigstens die Abschiedsszene erspart, denn die Kleinen sind mir wirklich ein bisschen ans Herz gewachsen und die morgendlichen Umarmungen mit dem einstimmigen „Buenaas diaaas, Paulinaaaa!“ werde ich sicherlich vermissen!!!
Eine weitere -nicht zu verleugnende- positive Seite der Sache war natürlich, dass ich so meinen letzten Tag am Strand voll und ganz ausnutzen konnte! Am Mittwoch-Morgen gab es dann gleich 4 gute Nachrichten für mich: Nachricht Nummer 1: AUSSCHLAFEN!!! Nachricht Nummer 2 (weniger überraschend): die Sonne knallte schon zu früher Stunde in mein Zimmer hinein, was bedeutete, dass einem letzten Sonnenbaden am Meer absolut nichts im Wege stand:)
Nachricht Nummer 3 (überaus überraschend!!!): Ein kommentarloses Bild von Coco in Whatsapp mit unseren BIKINIS drauf!!!! Noch am Tag vorher hatte sie mir geschrieben, dass sich Jessi (die Deutsche aus dem Hostel in Tamarindo) nicht mehr gemeldet hatte, doch unsere Bikinis haben es –nachdem sie Jessi 10 Tage lang durch ganz Guanacaste begleitet hatten- tatsächlich zurück nach San José (und heute in meine Hände) geschafft!!! Ein kleines Highlight des Morgens! Und schließlich Nachricht Nummer4 (die Überraschung des Tages): Luisa hatte mir eine Nachricht geschrieben, sie sei mit 3 Freunden auf dem Weg nach Esterillos, um den letzten Tag mit mir am Strand verbringen und sich ordentlich von mir verabschieden zu können:) Was sollte ich da noch sagen; der Tag versprach schon jetzt, ein richtig guter Abschluss in Esterillos zu werden, und er sollte mich nicht enttäuschen ;)
Schon um kurz nach 9 standen mit Badetaschen bepackt Luisa, Maria, Daniel und Randall vor meiner Haustüre und drängten dazu, sofort mit zum Pool und danach zum Strand zu kommen! Dennoch wollte ich an meinem letzten Tag nicht gar nicht in den Kindergarten gehen, denn wie immer gab es auch ohne Clases „Almuerzo“ (Mittagessen) für die Mütter mit ihren Kindern im Dorf. Um 10 Uhr machte ich mich also ein allerletztes Mal auf zum CEN, um ein letztes Mal die Familien zu sehen (es kamen aber leider nur 3 Mütter mit ihren Kindern), ein letztes Mal selbst ein leckeres von Yami gezaubertes Almuerzo (natürlich wie immer mit seeehr gut gezuckertem Fresco) zu verschlemmen und um ein letztes Mal den Luxus von „arbeiten“ am Strand zu genießen! Viel zu tun gab es nicht, trotzdem blieb ich bis 12 Uhr, um meine Arbeitszeiten wenigstens ein bisschen danach aussehen zu lassen, als hätte ich etwas Weltbewegendes getan:D (sagt nicht, ich sei faul; ich kann nichts dafür, wenn sich die Maestra dauernd Ferien nimmt :P)
Im Anschluss ging ich sofort nach Hause, um mir in Windeseile meinen letzten noch verbliebenen Bikini mit nicht zum Oberteil passender Hose (:P) anzuziehen und schon ging‘s auf zu den anderen ans Meer :) Den ganzen Mittag verbrachten wir an den von mir schon so oft besuchten Steinbuchten und die Marea spielte mal wieder wie bestellt mit, denn Nachmittags war Ebbe, sodass wir in wunderbar ruhigem Wasser planschen konnten! Außerdem machten wir „un montooon de fotos“, die Ticos sind wirklich Selfie-süchtig, und somit sind ein paar wirklich lustige Bilder entstanden, die definitiv eine schöne Erinnerung an meinen letzten Tag im Paradies sein werden:)
Am späten Nachmittag machten wir dann unter den Palmen ein kleines Picknick – ganz ticolike natürlich schöön ungesund mit Chips, Nachos, Keksen und Crackern (und als Dip natürlich Frijoles^^) aber hey… PURA VIDA!!! (Seit ich letztes Wochenende auf der Waage bei der Canopy-Tour zwar feststellen (bzw. meine Befürchtung bestätigen) musste, dass ich zwar dank den vielen „comidas ricas“, dem vielen Gallo Pinto und den gigantisch guten, nur eben seehr doll gezuckerten Frescos tatsächlich ein bisschen zugenommen hatte, den Tarzan-Swing am Ende der Tour aber ohne diese Extrapfunde nicht hätte machen dürfen, da ich zu leicht gewesen wäre, sehe ich auch das jetzt einfach als positiv und so gewollt an, hehe:D )
Als wir um 4 Uhr so langsam geschafft vom vielen Felsenklettern und sonnen waren, verlegten wir unsere Plansch-Session in den Pool vorm Haus, wo wir so lange blieben, bis die anderen den letzten Bus um halb 6 zurück nach Hause nehmen mussten.
Kurz danach kamen auf einmal Issac und Nawel, meine 2 Lieblings-Jungs aus dem Kindergarten, mit ihrer Mama Jenni vorbei, die in den letzten Wochen wirklich eine Freundin für mich geworden ist, um mir ein kleines Geschenk zu bringen und ich war soo gerührt, dass ich die 2 Kleinen am liebsten gar nicht mehr aus meinen Armen hätte gehen lassen! (Nawel hatte mir bereits sämtliche seiner Basteleien im Kindergarten geschenkt, bis ich ihn überzeugen konnte, dass ich gar nicht alles im Koffer nach Deutschland transportieren kann und sich seine Mami doch vieel mehr darüber freuen würde als ich ;) )
Nach einem ersten wirklich traurigen Abschied von meinen chicos favoritos gab es abends dann ein groooßes leckeres Abschiedsessen für mich und meine Gastmama hatte ein leckeres Chop Suey (seehr typisch:D) zubereitet. Zu meiner Überraschung kamen noch Freunde aus dem Ort, sodass wir am voll gedeckten Tisch gemeinsam aßen und ein Fläschchen Sekt knallen ließen:) Tatsächlich gab es dann noch mehr kleine Geschenke für mich, womit ich üüüberhaupt nicht gerechnet hätte, sodass ich aus dem Danken schon gar nicht mehr herauskam … So langsam bin ich wirklich gespannt, ob ich mit meinem Koffer in Gewichtprobleme kommen werde (hier hat irgendwie niemand eine Waage), aber es hat immerhin alles reingepasst, also werden wir’s am Samstag sehen;)

Das ALLERSCHWERSTE stand mir dann aber erst heute Morgen bevor: der Abschied von meiner liebsten Lieblings-Yami und meiner mamita tica! Am liebsten wäre ich einfach in Esterillos geblieben, dort gefällt es mir einfach zuuu gut und die Leute sind alle so wahnsinnig nett… Unter Tränchen auf beiden Seiten wurde mir versichert, ich solle einfach wiederkommen, wann immer ich wolle; und ich weiß schon jetzt: ALGUN DIA, VOY A VOLVER!!!
Mit gemischten Gefühlen ging es dann im Bus zurück nach Heredia, doch die wunderbare Aussicht auf die Berglandschaft Costa Ricas faszinierte mich nicht weniger doll als sonst auch, sodass die strahlende Sonne, der tiefblaue Himmel und die übergrünen Pflanzen in den Hügeln meinen Abschiedsschmerz immerhin ein kleines bisschen lindern konnten:)

Mit dem Taxi ging es dann zurück ins Haus meiner ersten Gastfamilie, wo ich nun meine letzten beiden Nächte verbringe, bevor es auf die Heimreise geht…
Mittags habe ich mich natürlich mit Coco, Henning und Cocos Tico-Nachbar getroffen, um meine Institut-Freunde nochmal zu sehen:) In Heredia haben wir uns einen leckeren Frucht-Batido mit Leche (wie Milchshake) gegönnt, um mein letztes costaricanisches Kleingeld auf den Kopf zu hauen^^
Jetzt bleibt mir im Prinzip nicht mehr viel übrig, als das aller allerbeste aus meinen letzten Stunden im wunderschönen, so lieb gewonnenen Costa Rica zu machen, Alemania hat mich schon viel zu bald wieder!

Auf meine Familie und Freunde freue ich mich natürlich trotzdem meeeega doll, nicht dass ihr denkt, ich hätte euch bei all der Tico-Faszination vergessen:)
Morgen wir wohl noch ein letzter Eintrag aus dem Paradiese folgen, aber jetzt will ich nur noch ins Bett, ich bin wirklich hundemüde!
Buenas noches mis amigos, nos vemos muuy pronto!!! <3

Eure Pauli

  But first let us take a selfie ;)  Cena de despedida   Aufbruchsstimmung... auf der Heimreise

  Batido-Crew :)

Monteverde – Cloud Forest Reserve (Oder: ¡Vamos a la montaña!)

21Juli2014

Ich konnte es kaum glauben und so richtig wollte ich es gar nicht wahr haben, doch mit dem vergangenen Wochenende stand tatsächlich schon mein letztes Reise-Wochenende hier in Costa Rica bevor… Zum Abschluss wollte ich natürlich noch einmal etwas besonders Interessantes sehen, doch die Planung schien zunächst weniger einfach als gedacht!!
Zum Einen wollten meine Freunde aus der Sprachschule ausgerechnet an diesem Wochenende nur einen Tagesausflug zum Wandern machen, da sie ihren Geldbeutel nach der vielen Reiserei einmal schonen wollten… Zum Anderen machten die Busfahrzeiten zu meinem Wunschziel Monteverde wenig Hoffnung, da ich mir Freitags hätte freinehmen müssen und es nur um 6 Uhr morgens Busse zurück nach Puntarenas gab, von wo aus es Anschlüsse zu mir nach Esterillos gibt. Dabei hatte Monteverde seit Beginn meiner Reise ganz oben auf der Wishlist gestanden, da es einfach ein absolutes MUST-SEE ist, wenn man Costa Rica denn kennen will… Nachdem ich aber meine Pläne zehntausend mal hin und her geworfen und die verschiedensten Reiseziele rausgesucht hatte, kam schließlich der entscheidende Wandel, der mich nach all der Sucherei und Planerei letztlich zu meinem ursprünglichen Wunsch-Ziel Monteverde zurückkehren ließ: Anja, (hab ich in der Sprachschule kennengelernt) hatte nun seit 2 Wochen ihr Projekt beendet, um die letzten Wochen mit ihrer Freundin Carina eine Tour durchs ganze Land zu machen; und die beiden würden tatsächlich genau an diesem letzten Wochenende nach Monteverde fahren, um dort ihren Trip zu beenden und schließlich ihre Heimreise antreten zu können. Wenn das keine Aufforderung war, nach Monteverde zu fahren, dann weiß ich auch nicht! (Dafür nahm ich sogar in Kauf, quasi nur einen Tag dort zu haben und Sonntags morgens den 6 Uhr Bus zu nehmen!) Die Frage, ob ich freitags früher gehen dürfte, hatte sich ja schnell geklärt, indem mir die Maestra einfach freigab, da ich die Tage zuvor mit den Grundschulkindern gearbeitet hatte:) Am Donnerstag kam mich außerdem überraschenderweise Luisa besuchen, die Cousine von meinen Gastgeschwistern, mit der ich mich auf der Reunion in Escazu so gut verstanden hatte. So süß wie sie ist, hatte sie sich auf ein Wochenende mit mir am Strand gefreut, und ich Doofi machte mich einfach davon! (Wie ihr seht: ich könnte gut ein paar Wochenenden mehr hier gebrauchen;) ) Wenigstens aber hatten wir einen gemeinsamen Abend zusammen, sodass wir gemeinsam Filme schauten und am Freitagmorgen dank meines freien Tages immerhin gemeinsam frühstücken und ein paar Selfies machen konnten (sie wollte unbedingt ein Selfie mit mir:D) Tico-Sleepover – abgehakt! :)

Nachdem wir uns mit vielen Umarmungen und Küsschen verabschiedet hatten (die Ticos sind einfach zu herzlich für diese Welt) machte ich mich gegen 10 Uhr gemütlich auf den Weg zum Bus nach Puntarenas. Anja und Carina waren schon am Tag zuvor angereist, das heißt ich musste nur noch ankommen und von den beiden in Empfang genommen werden! Aaaber ganz so einfach macht es einem die costaricanische Natur ja doch nicht… Um vorweg ein paar Zahlen zu nennen: Esterillos- Puntarenas: 90km, 2 Stunden Fahrt. Puntarenas-Monteverde: 70km, 4 Stunden Fahrt!!! Das kleine Örtchen Santa Elena (das Stadtzentrum neben dem Monteverde Rainforest-Reserve) liegt in 1500 Höhe über dem Meeresspiegel inmitten der Berglandschaft Costa Ricas; und genau diese Berge galt es nun hochzufahren!
Beim Anblick der Schilder mit der Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km am Straßenrand konnte ich wirklich nur leise vor mich hin lachen, denn die meiste Zeit fuhr der Bus wahrscheinlich nicht einmal halb so schnell… In etlichen Kurven und mit zahlreichen Stops schlängelte sich der Bus ganz gemäß der Tico-Time die steinige Straße empor und je höher man gelangte, desto geringer wurde das Tempo. Tatsächlich hatte ich sogar gelesen, dass die Verbindung zum Cloudforest Reserve extra nicht besser ausgebaut wird, damit man bei einem Besuch des beliebten Touristen-Ziels quasi gezwungen ist, für mindestens eine Nacht in einem der zahlreichen Hostels bzw. Hotels einzukehren;)Wenigstens hatte ich einen Sitzplatz, denn schon bald war der Bus voll und einige Leute mussten schon im Gang stehen. Wirklich gemütlich wurde es dann erst, als an einer Haltestelle am Straßenrand auf einmal eine rieesige Gruppe von mindestens 20 Amerikanern mit großen Backpack-Rucksäcken saß, die offenbar auch nach Monteverde wollten… Was unmöglich schien, machte der Tico-Busfahrer möglich: die gesamte Gruppe wurde in den Bus gequetscht!!! Schlagartig wurde es wahnsinnig heiß und trotz geöffneter Fenster stickig, aber wie immer kam man wie so oft schon zuvor mit den Leuten ins Gespräch; man bekam tolle Reise-Erlebnisse berichtet und erzählte von sich selbst, was man denn eigentlich in Costa Rica macht, wodurch die Fahrt dennoch zu einem erfreulichen Erlebnis wurde. )Dieses Austauschen und Kennenlernen neuer Leute werde ich ganz bestimmt vermissen!!)
Der letzte Teil der Strecke war dann aber trotz überfülltem Bus einfach nur atemberaubend: So langsam näherten wir uns der Spitze und man hatte eine wunder- wunder- wunderschöne Aussicht auf eine unglaublich weite und grüne Berglandschaft! Wer beim Namen Costa Rica nur an schöne Strände mit Palmen denkt, wird sich kaum vorstellen können, welches Bild sich dort oben bietet, denn die Landschaft hat kaum etwas mit solchen Erwartungen gemein… Ich selbst hatte zwar schon viele Bilder vom Reserve gesehen, doch beim Anblick „in live“ fragte ich mich ebenso, ob ich denn tatsächlich noch im tropischen Costa Rica sei… Eigentlich erinnerte die Hügellandschaft fast schon an ein europäisches Hochgebirge, nur eben viel viel viel viel grüner und exotischer! Bis zu den Berggipfeln blühten die Pflanzen, alles war bewaldet, bemoost, belebt. Und da meine Costa-Rica-Glückssträhne mal wieder anzuhalten schien, war das gesamte Bild ins wunderschöne Licht der sanften Abendsonne getaucht – wirklich eine Seltenheit im Gebirge in der Regenzeit, wo sich meist schon nachmittags die Regenwolken immer dichter zuziehen. Die letzten Kilometer wurden praktisch nur noch im Schritttempo zurückgelegt, was mich dank der tollen Aussicht nun kaum noch störte! Um halb 6 kam der Bus dann schließlich doch noch an und da Anja und Carina schon an der Haltestelle auf mich warteten, stand von nun an einem perfekten Mädelswochenende nichts mehr im Wege:)

Hungrig wie wir alle waren, kauften wir sofort ein paar Lebensmittel und kochten uns die wohl beste Gemüsepfanne mit Kartoffeln, die ich hier bisher gegessen hatte! (die Ticos machen zwar auch oft Gemüse, aber kochen alles sooo unglaublich weich, dass ich mittlerweile wirklich frisches, knackiges, leckeres Gemüse vermisst habe:D )
Den Abend verbrachten wir dann in einer lustigen Runde mit dem jungen Hostelbesitzer Alberto und dem Angestellten Emile, mit denen die anderen beiden schon in der Nacht zuvor ordentlich gefeiert hatten. Da Alberto uns drei offenbar unglaublich zu mögen schien und wir als „chicas alemanas“ mal wieder gut ankamen, zahlten wir für unser zwar kleines, aber sehr sauberes und schönes Zimmer (inklusive Frühstück!!!) nur 5$ die Nacht (die anderen Gäste –darunter sogar deutsche Mädels- zahlten tatsächlich alle mindestens 8$, auch mal wieder eine typische Tico-Situation, dass man die Preise mal schnell nach Lust und Laune bestimmt:D) Hallo Glückssträhne, te quiero mucho! :)

Was sich vielleicht auch kaum jemand vorstellen kann, der noch nicht in Costa Rica war: in 1500 m Höhe war es auf einmal schrecklich kalt!!! Die Temperaturen blieben zwar natürlich im zweistelligen Bereich, aber nach 6 Wochen an der Küste mit konstanten 30-35 Grad begann ich dort oben trotz Pullover und langer Hose richtig zu frieren! Die ganze Nacht über kuschelte ich mich in 2 Decken, Pullover und Longsleeve, doch nach einer unglaublich schönen heißen Dusche am nächsten Morgen fühlte ich mich gerüstet für den Tag:) (Lustig, wie sehr man eine heiße Dusche mittlerweile zu schätzen weiß, denn in den meisten Hostels sucht man vergeblich danach und sogar viele Familien hier halten diesen Luxus scheinbar für hinfällig!))

Am Samstag erwartete uns dann das Highlight des Wochenendes: die Canopy-Tour!!! Die Touren, bei denen man mit Karabinerhaken und Gurten gesichert an langen Ziplines durch den Regenwald saust, gibt es hier quasi im ganzen Land, sodass ich einfach unbedingt noch eine machen musste, bevor es nach Hause geht! Direkt nach dem Frühstück wurden wir vom Tour-Bus am Hostel abgeholt und schon ging es noch ein kleines Stückchen weiter den Berg hinauf, bis wir nach kurzer Zeit im Monteverde Reserve umgeben von nichts als Wald und noch mehr Wald ankamen! Gemeinsam mit einer großen Gruppe Amerikaner und einigen Familien wurden wir mit Gurten, Helmen, Sicherheitshaken und Handschuhen bekleidet, woraufhin eine kleine „Instruction“ zu den Ziplines folgte. Wir wurden gefragt ob wir denn auch die letzten beiden Superman-Lines machen wollten, und ohne genau zu wissen, was denn genau die Superman-Lines waren, beschlossen wir: Klar, wir machen alles, was uns geboten wird! Noch schnell ein Foto mit den schicken Helmen geschossen und schon gings los mit der ersten Zipline. Zu Beginn gab es ein paar kürzere Lines zur Eingewöhnung und es machte schon jetzt einen riesen Spaß, zwischen Bäumen und tropischen Pflanzen hindurch durch den Regenwald von Plattform zu Plattform zu sausen… Hin und wieder gab es eine Hängebrücke zu überqueren, und die Rapelling-Line zum Abseilen von einem dicken Tropenbaum bereitete uns allen mehr als Spaß!
Viele Ziplines und Plattformen später folgte dann – wie wir dachten – der Höhepunkt der Tour: die 1500m lange und damit längste Zipline Zentralamerikas!!! Mit rasender Schnelle und in schwindelnder Höhe flogen wir auf einmal nicht mehr nur zwischen Bäumen hin und her, sondern einmal querfeldein über ein Tal zum gegenüberliegenden Berg! Überraschenderweise durfte man diese Zipline zu zweit durchfliegen, sodass Carina und ich uns aneinander festkrallten und PURA VIDA in die Freiheit schrien!!! Zum ersten Mal schoss uns der Adrenalinspiegel mächtig in die Höhe, doch wenn wir gedacht hätten, das sei schon alles gewesen, hätten wir uns mächtig getäuscht…

Nach einem kleinen Fußmarsch einen Hügel hinauf folgte die nächste Plattform und sofort fiel es uns wieder ein: Die Superman-Zipline! Jetzt war auch ziemlich klar, was es eigentlich mit dieser Line auf sich hatte und warum sie diesen Namen trug: An Becken und Schultern wurde man mit Gurten an der Zipline befestigt, doch diesmal eben nicht mehr in aufrechter Sitzposition, sondern mit Bauch und Gesicht Richtung Boden, sodass man wie Superman durch die Lüfte fliegen konnte! Die gesamte Strecke über das weite Tal hinweg ging es in wahnsinniger Höhe zurück zur anderen Bergseite und diesmal stieg der Adrenalinspiegel noch ein gutes Stückchen höher!!! Obwohl wir gut gesichert waren, hatte man ständig das Gefühl, nach vorne aus den Gurten herauszufallen und im in diesen Höhen kräftig wehenden Wind glaubte man, (auch wenn es nicht möglich war) sich in alle Richtungen zu winden und zu drehen, sodass man eigentlich nichts anderes machen konnte als laut zu schreien! An der anderen Seite angekommen holte man kurz Luft und lachte mit den Amerikanern, die hinter uns ankamen und uns völlig außer Atem unsere Gedanken bestätigten: „Wow, this was the best part of it all!!“ Sofort folgte aber die zweite Superman-Line, die diesmal noch ein bisschen länger war und obwohl man meinen könnte, dass der erste Schock nun überwunden sei, war der nächste Flug nicht weniger abenteuerlich, extrem, faszinierend, hoch und einfach genial!!!

Nach nun ca. 2,5 Stunden neigte sich die Tour so langsam dem Ende zu und zur Nervenberuhigung stand für jeden nun ein Glas Wasser bereit. Die letzte Zipline war bestritten, die Rollhaken wurden von den Gurten gelöst... Schon meinte man, fertig zu sein, doch da war ja noch was… Bei der Instruction hatte der Guide erklärt, am Ende gäbe es einen Extreme-Tarzan-Swing. Die Station sei freiwillig, man könne nach der letzten Zipline auch sofort zur Rezeption zurückkehren. Da wir aber schon zu Beginn beschlossen hatten, dass wir alles machen würden, folgten wir dem Wegweiser, auf dem in Druckbuschstaben „Tarzan-Swing“ zu lesen war. Am Ende eines kleinen Pfades, umgeben von Lianen und Blättern, gelangten wir an eine Bergklippe, von der aus man ins soeben überquerte Tal hinunterblicken konnte. Eine schmale Brücke, deren Gitterboden einen ganz schön ins Schwindeln kommen ließ, und die man nur einzeln passieren durfte, führte ein Stück übers Tal hinweg und endete schließlich mit verschlossenem Törchen im Nichts… bzw. wurde man im Nichts von einer „Tarzan-Liane“ und 2 netten Tico-Guides empfangen, die sogleich begannen, einen mit den Karabinerhaken und den umgebundenen Gürteln an der Liane zu befestigen… Kurz überlegte man noch: was hatte der Guide bei der Instruction zum Beginn noch gesagt??? 40m freier Fall? Ein paar mal hin und herschwingen? Aha und was genau muss ich jetzt hier machen? Oooh Gott ist das hoch!!! ........
Doch viel Zeit zu zögern gaben einem die netten Ticos nicht… Man sah, dass sie großen Spaß daran hatten, einen Touri nach dem anderen in die Tiefen zu stürzen und stellten sich wirklich geschickt an, keine Schlange entstehen zu lassen. Sie überrumpelten einen mit einer kurzen Erklärung „Take the rope in both hands, bend your knees and jump!“ „What does „bend“ mean?“ wollte ich noch verzweifelt fragen, um ja nichts falsch zu machen, doch schon öffneten sie das kleine Törchen und ich war so überrascht, dass ich nicht mal zögern konnte oder geschubst werden musste; ich machte einen kleinen Schritt vorwärts und im nächsten Moment… kreischte ich so laut ich konnte :D Der Zeitraum, bis sich das Seil endlich spannte und man somit vom freien Fall erlöst wurde, kam einem unglaublich lang und danach so kurz vor, dass man kaum realisierte, wieder auf dem Boden zu stehen, nachdem man ein paar mal wie Tarzan an der Liane hin und her geschwungen war. Für mich folgte aber noch eine weitere Freude, denn da ich als erste von uns drein gesprungen war, durfte ich nun von unten zuschauen, wie Anja und Carina denselben Schock durchstehen durften und sie schrien mindestens so laut wie ich :D „Ich hätte mir fast in die Hosen gemacht! Nee ehrlich, es wäre fast passiert, wo gibt’s hier Toiletten???“ Mit diesem Satz bereitete Carina uns die nötige Beruhigung nach diesem letzten Adrenalin-Schock und mit einem letzten lauten, dreistimmigen „Pura-Vida“-Schrei in die Lüfte stapften wir zerstreut, stolz, glücklich, geschafft zurück zur Rezeption (und zu den Toiletten;) ).

Mit dem Tour-Bus ging’s dann – noch immer bei freundlichem Wetter - zurück ins Hostel, wo wir uns erst mal eine leckere Tamales gönnten(typisches Gericht aus gefüllten Maismehl-Taschen, die in Bananenblätter gewickelt gekocht und so geformt werden). Am Nachmittag zogen sich dann aber doch noch die Wolkenwände zu (wenn auch ohne Regen, wir konnten unser Glück gar nicht fassen), sodass wir Frostbeulen (ja ich war schon wieder am frieren^^) es uns faul und ausnahmsweise mal wenig unternehmungslustig mit einem Kartenspiel im großen Bett gemütlich machten, wobei Adolfo immer mal wieder reinschneite, um uns Gesellschaft zu leisten!

Kurz vor Sonnenuntergang spazierten wir dann erneut in den Supermarkt, wo wir etwas Leckeres zum Abendessen und eine Flasche Vodka kauften, denn der letzte Samstagabend für uns alle in Costa Rica wollte ganz klar zum Feiern genutzt werden!!! Für Anja und Carina geht es nämlich schon ein paar Tage vor mir zurück nach Hause (bzw. für Carina nach Mexiko!), sodass wir uns ein bisschen Alkohol einfach gönnen mussten;)
Nach einer erneuten heißen Dusche und einem weiteren meeega leckeren, gemüsereichen Abendessen mit Tortillas stießen wir also mit Vodka-O auf eine tolle Zeit, auf viele Erlebnisse, und einfach auf das „PURA VIDA“ an und wir alle stellten fest, dass wir trotz den leckeren Cocktails und dem costaricanischen Imperial-Bier der letzten Wochen den Alkohol doch deutlich schneller spürten, als wir es in Deutschland gewohnt waren:D Dass ich am nächsten Morgen um 5 Uhr in der Früh würde aufstehen müssen, verdrängte ich erfolgreich und so brachen wir nach geleerter Flasche in eine Bar im Ort auf, wo wir uns bei Live-Musik unglaublich über die wahnsinnig schlechten Tanzkünste einer Gruppe Amerikaner aus Arizona amüsierten, welche scheinbar die ganze Bar belagerte. Schließlich trafen wir ein paar nette Studenten aus San José, mit denen wir noch weiter zu dem einzigen geöffneten Club in Santa Elena zogen… Mit Blick auf die Uhr war ich letztlich aber doch vernünftig genug, nicht mehr in den Club zu gehen, und auch die anderen beiden wurden nun von der Müdigkeit ergriffen, sodass wir gemeinsam zurück zum Hostel gingen und um 2 Uhr schließlich in die Betten fielen.

Nach 3 kurzen Stunden Schlaf schaffte ich es tatsächlich, meinen Wecker NICHT zu überhören und rechtzeitig an der Busstation zu sein. Nun begegnete mir auch endlich der zuvor „vermisste“ Regen, der in Form von feinem Nieselregen die Luft zerstäubte.
Auf dem Weg den Berg hinunter bot sich mir aber erneut eine so tolle, faszinierende Aussicht, dass trotz des Schlafmangels der letzten Nacht kaum an Schlaf zu denken war.
Was mir beim Hinweg im vollen Bus nicht aufgefallen war: Von den Bergen dort oben konnte man bis auf die Küste am Golf von Nicoya (Nordwesten Costa Ricas) herunterblicken, über dem sich der helle, klare, wolkenlose Himmel auftat! Unwirklich, fast märchenhaft wirkte es, im Nieselregen zwischen grünen Bergen langsam aus der Wolkenwand hinauszufahren und dabei auf eine sonnenbeschienene, helle, mit glitzerndem Wasser lockende Bucht hinauszuschauen, über der sich zu meiner überwältigenden Freude ein großer dicker Regenbogen auftat!!!
Und ein weiteres Mal hatte mich Costa Rica mit seinen tollen Landschaftsbildern gänzlich in den Bann gezogen!!!!!

Eines jedenfalls ist klar… Wer nur Sonne, Strand und Palmen will und mit Naturkunde und auch mal etwas Regenwetter kaum etwas anzufangen weiß, wird zwar an Costa Ricas Küsten voll auf seine Kosten kommen, wird aber ebenso gut jedes x-beliebige Land mit weißem Sand und klarem Meer als Reiseziel wählen können–ohne Tier-und Pflanzenvielfalt und ohne Regenzeit;)… Wer aber sehen möchte, was die Natur für abartige Dinge anstellen kann, wie Regen und Sonne, wie Vulkane und Strände, wie Faultiere und Kolibris aufeinandertreffen, der wird im schönen kleinen Costa Rica sein eigenes kleines Naturphänomen entdecken! Ich für meinen Teil bin nun nach fast 3 Monaten im Lande der Ticos gänzlich von seinem Flair eingenommen und bin so glücklich, den Monteverde-Regenwald mit seiner Gebirgslandschaft nun doch noch als weitere faszinierende Facette des Landes kennengelernt haben zu dürfen – eine definitiv perfekte Abschluss-Reise an einem perfekten letzten Reise-Wochenende von einer durch und durch perfekten Zeit im Pura-Vida-Land!

Am Nachmittag lag ich zur Erholung dann schon wieder am Strand und kämpfte mit der wahnsinnigen Hitze, die in Esterillos sofort wieder auf mich einschlug!
Es wird wohl kaum jemanden wundern, dass ich am Sonntagabend nicht mehr vielmehr zustande brachte, als ein bisschen Fernsehen zu schauen und um 9 Uhr geschafft ins Bett zu fallen!
Nun sind wir also wirklich schon in der letzten Woche angelangt, Alemania hat mich ganz bald wieder! Ich genieße die letzten Tage in der Sonne und lasse sicher nochmal von mir hören, bevor es am Samstag im Flieger heimwärts geht…

Abgesehen von den paar Handybildern gibt es Bilder leider erst, wenn Anja in Deutschland ist und sie mir sie zuschickt, denn wir hatten nur ihre Kamera dabei… Aber bei dem mal wieder seeehr lang gewordenen Text sind ein paar Dinge und Erlebnisse vielleicht ja schon ein wenig bildlich geworden! :)

Hasta muuuy pronto!!!
Eure Pauli :)

die Hinfahrt wunderschöne Aussicht! Vamos a la montana

Fiesta im CEN Cinai :)

16Juli2014

Am Montag ging der Kindergarten wieder los und zur Feier des Wiederbeginns der „Clases“ gab es eine kleine Fiesta! Den ganzen Tag wurde nur im Hof gespielt, es gab Eis, Luftballons und Süßigkeiten und mittags ein leckeres Wunsch-Mittagessen. Das Gericht hatten die Kinder 2 Wochen zuvor am letzten „Schultag“ wählen dürfen, wobei richtig leckere Dinge wie Lasagne, Spaghetti Bolognese, und vieles mehr zur Auswahl standen (ich persönlich hätte ja für die Lasagne plädiert;) )… Zu meiner Verwunderung aber wählte zunächst fast jedes der Kinder Reis mit Bohnen, und ich dachte nur so…. WIE BITTE??? DAS ESST IHR JEDEN TAG!!!:D… Gut, immerhin gibt es stets andere Beilagen, und um ehrlich zu sein bin ich das Gericht schon so gewöhnt, dass ich mittlerweile wirklich richtig Lust auf Reis mit Bohnen bekomme, wenn ich Hunger habe :P Aber wenn es denn schon ein besonderes Gericht zu wünschen gibt, dann wählt man doch auch etwas Besonderes^^ Aber naja, die Ticos lieben eben ihr leckeres Gallo Pinto… Das Wort Lasagne fiel kein einziges Mal (Pech für mich), doch schließlich gewann mit ein paar wenigen Stimmen Überzahl immerhin doch noch ein „außergewöhnliches“ Gericht: So gab es am Montag Pürree mit Rindfleisch, Soße, Salat und natürlich auch ein paar Böhnchen als Beilage :) Muuy rico! Generell werde ich hier mehr als gut bekocht und nach dem täglichen frühen Mittagessen um spätestens halb 11 Uhr am Vormittag (in Deutschland habe ich da meist noch nicht mal gefrühstückt^^) bekomme ich auch noch einige Male Hunger am Tag, sodass ich hier wirklich kaum vom Fleisch fallen kann:D
Am begeistertsten waren die Kinder aber von den vielen Kostümen, die die Maestra bereitgestellt hatte, und so verwandelten sich alle voller Euphorie in kleine Prinzessinnen (ich durfte dann natürlich die Dienerin spielen;) ), Katzen, Hausfrauen und auch einen Super Mario gab es^^ Zum Schluss gab es dann noch für alle ein kleines Wundertütchen mit Keksen, einem Apfel und Papier-Tröten, die allerdings fast alle schon nach 5 Minuten zerstört oder irgendwo liegen gelassen hatten, woraufhin die übergebliebenen Blas-Stücke aus Plastik dazu benutzt wurden, um Wasser in leere Luftballons zu füllen und damit kleine Wasserbomben herzustellen. Die Kids haben wirklich eine Menge Energie, kommen auf die verrücktesten Ideen und sind ganz klar kleine Weltmeister darin, in kürzester Zeit und rasender Schnelle ganz viel Dreck und Unordnung zu hinterlassen! :D Ich frage mich wirklich, wie Yami das alles alleine macht, wenn mal keine Volunteers zum Helfen da sind… Aber bei den wenigen Arbeitsstunden, die ich am Tag habe, schnappe ich mir immer freiwillig einen Besen und Wischmopp, um das ganze Chaos zumindest ein wenig zu reduzieren, sobald die Clases rum sind.
Ab Dienstag ging dann wieder der normale Unterrichts-Alltag los und da die Maestra mich sofort wieder fragte, was wir denn heute machen würden, behalte ich meine Mal- und Bastelstrategie bei, denn dafür sind die Kinder am meisten zu begeistern, wie ich festgestellt habe:) Die Idee mit dem Englischunterricht habe ich aufgegeben, weil dazu wirklich null Aufnahmefähigkeit besteht^^ Von meinen Volunteer-Freunden aus der Sprachschule weiß ich, dass selbst in den Schulen kaum genügend Disziplin herrscht, um ordentlichen Unterricht zu machen und dass selbst die Kinder aus der 6. Klasse noch nicht auf ihren Stühlen sitzen bleiben und zuhören können… (und die verwöhnten deutschen Lehrer beschweren sich, wenn geflüstert wird ;) ) Einmal habe ich nachmittags schon mit den Kindern aus der Schule nebenan etwas gebastelt, und selbst von den älteren war kaum jemand fähig, ein Blatt Papier ordentlich in der Mitte zu falten… Irgendwie fand ich das am Anfang sehr irritierend, vor allem, weil die Erwachsenen hier in Costa Rica wirklich total gebildet sind und ich durch meine Gastschwester auch schon einen Einblick in den Anspruch der Universitäten im Land gesehen habe und das sah vom Niveau eigentlich relativ vergleichbar mit deutschen Unis aus… Es scheint aber, als setze das Bewusstsein für Disziplin und Arbeits-Ehrgeiz hier einfach erst in fortgeschrittenem Alter ein und wenn man sich darauf einlässt, kann man mit den Kindern trotzdem großen Spaß haben:)… Mit dem Basteln sind die Kindergarten-Kinder sowieso mehr als lange genug beschäftigt, da ich im Prinzip einen Bastel-Schritt zeige, um eben jenen Schritt danach mit jedem Kind einzeln nochmal zu machen (und wie gesagt mit vielen oftmals, da alles meist mehrmals wieder aufgefaltet/zerstört wird) :D Was Spiele angeht, sind ebenfalls die einfachsten Ideen die Besten: Gestern zum Beispiel haben wir kleine „Competitions“ gemacht… Dabei standen alle im Kreis, während die Kinder eins nach dem anderen in die Kreismitte kommen und dort so hoch springen, so laut pfeifen, so schön tanzen (…) sollten, wie sie konnten; und der Beste gewann! Um ehrlich zu sein habe ich mich zu Beginn schon gefragt, ob das Ganze nicht sehr anspruchslos sei, aber die Kinder finden die Spiele toll und sind so stundenlang zu beschäftigen und das ist ja die Hauptsache! Die Jüngsten im Kindergarten sind übrigens erst 2 Jahre alt, da frage ich mich sowieso, wie effektiv oder sinnvoll es wäre, den Kindern Englisch beizubringen (Englisch kann übrigens auch fast niemand in den Schulen, da man in Costa Rica für Sprachunterricht zahlen muss!) Für mich macht das die Sache natürlich super einfach, da ich mir jeden Tag spontan irgendeine neue Dummheit ausdenken und so den ganzen Nachmittag zum Strand-Sonnen nutzen kann, hehe ;)

Diese Woche bleibe ich aber jeden Tag ein bisschen länger und helfe den Schulkindern nachmittags bei ihren Hausaufgaben (die ebenso mehr oder minder pflichtbewusst bewältigt werden;) ), sodass ich am Freitag nicht zur Arbeit kommen muss… Dieses Wochenende ist nämlich tatsächlich schon mein letztes Reisewochenende und das will ganz klar zum Reisen genutzt werden!!! Da ich von hier aus einen frühen Bus nehmen muss und nur bis 9 Uhr bleiben könnte, meinte Sonia, es sei einfacher, länger zu bleiben und am Freitag dafür frei zu bekommen;) Die Arbeit mit den Schulkindern ist aber eine lustige Abwechslung und dank des WM Sieges am Sonntag werde ich von allen beglückwünscht und über Deutschland ausgefragt, was eindeutig mehr Spanisch-Training bietet, als das wenige Spanisch, das ich mit den Kleinen sprechen muss (da muss man eigentlich nur trösten, wenn mal wieder jemand am weinen ist, oder begeistert sagen, wie schön das/die präsentierte Bild/Bastelei/Blume/etc. doch sei :D) )
Hier in Esterillos bleibt mir jetzt also noch genau eine Woche, bevor ich für die letzten Tage nach Heredia in meine vorherige Familie zurückkehren und von dort die Heimreise antreten werde… Unglaublich, wie schnell die Zeit hier vergeht und eigentlich will ich wirklich noch gar nicht nach Hause!!! Umso mehr werde ich aber meine letzten verbleibenden Tage hier genießen und den Rückflug noch ein bisschen verdrängen, der kommt schon früh genug :)

In diesem Sinne, hasta pronto!!

Eure Pauli :)

Parque Marino Puntarenas

16Juli2014

Wie versprochen kommen hier noch die Bilder vom Marine Park! Viel Spaß beim Anschauen :) 

       

Te amo Tamarindo!

13Juli2014

Schon die Busfahrt nach Puntarenas ließ mein Reise-Herz höher schlagen und die Vorfreude ins Unermessliche steigen, denn die Fahrt entlang der Pazifikküste in Richtung Norden gewährte mir wunderschöne Aussichten auf immer heller werdendes, türkises Wasser, wunderschöne Strände und einen unglaublich blauen Himmel! Da Cesar, der Papa von Nawel aus meinem Kindergarten, zufällig im selben Bus nach Puntarenas saß, fing mein Trip sogar mit einem 2 Stündigen Gespräch auf Spanisch an, damit mir niemand vorhalten kann, beim Reisen mit meinen deutschen Freunden würde ich kein Spanisch lernen, hehe ;)
Von Puntarenas aus ging es dann alleine weiter nach Liberia, wo ich nach stolzen 5 Stunden im Bus endlich meine Lieblings-Coco wieder in die Arme schließen durfte! Das Travel-Team No 1 war fortan also wieder vereint und so konnte nun weiter geplant werden, wo wir denn jetzt eigentlich hinwollten… Die Busse zum Playa Hermosa und Playa del Coco, die wir ursprünglich als mögliche Ziele auserkoren hatten, waren gerade abgefahren und so entschieden wir kurzerhand, direkt zum berühmten Küstenort Tamarindo zu fahren, dem wir beide auf unserem 4-Tages-Trip definitiv einen Besuch abstatten wollten! Nach weiteren 2,5 Stunden im Bus kamen wir also kurz nach Sonnenuntergang endlich an der Westküste an und fanden uns nach einem kurzen Marsch vorbei an den erleuchteten Bars und Restaurants schließlich in einem Hostel ein. Der supernette Rezeptionist Thomas hieß uns ebenso vielversprechend willkommen, wie das Schild am Eingang, das da sagte: „Pura Vida Hostel – Come as a guest, leave as a friend :)“ Das Hostel war mal wieder einer unserer Glücksfunde und mit Abstand das beste Hostel, in dem ich bisher auf meinen Reisen hier gewesen bin. Unter einer Art Bungalow-Überdachung gab es eine tolle Sitzecke, die mit mehreren Tischen genügend Platz für ein gemütliches Beisammensein für alle Gäste bot. Statt Stühlen gab es hier nur Schaukelstühle und im Halbkreis um die Sitzecke hingen Hängematten zum Entspannen. Außerdem standen an allen Wänden im Freien Betten, die zum Relaxen einluden, darüber waren wunderschöne Wandbemalungen und natürlich passend zur WM Flaggen von sämtlichen Nationalitäten angebracht… Als Sparfüchse, wie wir es sind, entschieden wir uns für eine Nacht im Dormitorio (Mehrbettzimmer), doch mal wieder schien unsere Glückssträne anzuhalten: Wir bekamen ein 8-Bett-Schlafzimmer, das wir allerding nur mit 2 französischen Stundenten teilten, sodass wir nicht nur ein rieeesen Zimmer mit großem Bad und übermäßig viel Platz bekamen, sondern auch noch richtig nette Zimmergenossen kennenlernen durften!
Das Beste waren allerdings die 2 großen, übersauberen Küchen, wie ich sie bisher in Hostels noch nicht hatte kennenlernen dürfen! (Als wir am nächsten Morgen sahen, wie übergenau alles geputzt wurde, konnten wir kaum glauben, nur 10 Dollar für die Nacht gezahlt zu haben^^) Nachdem wir uns ein leckeres Abendessen gezaubert und unseren Hunger gestillt hatten, setzten wir uns zu den anderen Gästen in die Schaukelstühle vor den Zimmern und schon bald war klar: Das Schild am Eingang hatte nicht zu viel versprochen, was den „Leave as a friend“-Teil anging! Mit Kanadiern, Amerikanern, den Franzosen , einem Holländer, einem Kerl aus Trinidad und Thomas, der übrigens aus der Slowakei stammt, kamen wir im „Schaukelstuhl-Kreis“ schnell ins Gespräch! Während Thomas „Cerveza“ und Vodka-Lemon für alle ausgab (und wir so im Prinzip bestimmt die Hälfte unserer Hostel-Ausgaben durch freie Getränke kompensierten:D ) gab ein Amerikaner, der früher 12 Jahre lang mit eigener Band durch die USA getourt war, mit Gitarre und einer unglaublich schönen Stimme selbstgeschriebene Lieder zum Besten, wobei er zu jedem Lied eine kurze Erklärung zur jeweiligen Situation oder zum jeweiligen Ort gab, die als Motivation für den Text gedient hatten. Zwischendrin spielte er immer auch ein paar bekannte Lieder oder reichte seine Gitarre weiter, sodass wir gemeinsam sangen und lachten und richtige „Lagerfeuer-Stimmung“ aufkam! Der erste Abend verlief also mehr als entspannt und bot einen super Pura-Vida-Start für die kommenden Tage!!! Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem gemütlichen, späten Frühstück sofort auf zum Strand, natürlich nicht ohne auf dem Weg durch den Ort in ein paar der vielen Souvenirshops reinzuschnuppern. Der Strand selbst war wunderschön, das Wasser helltürkis und der Sand weiß und heiß! (ohne Flip Flops verbrannten wir uns mehrmals die Füße :D). Da Tamarindo ein bekanntes Touristen-Ziel ist, war der Strand natürlich deutlich voller, als in meinem ruhigen Esterillos, was uns jedoch kaum die Freude am Sonnen und Baden im kristallblauen Wasser nehmen konnte. Nahezu den ganzen Mittag blieben wir dort, spazierten die schöne Küste entlang, bis uns schließlich unsere hungrigen Mägen gegen 4 Uhr dazu aufriefen, zum Hostel zurückzugehen und endlich etwas zu Essen zu kochen. Abends gingen wir dann gemeinsam mit Frédéric und Jean-Eudes, unseren beiden Zimmergenossen, nochmal zum Strand auf eine kleine Klippe, um den wohl atemberaubendsten Sonnenuntergang zu sehen, den mir Costa Rica bisher geboten hatte!!! Wie eine riesige, brennende gelbe Kugel verschwand die Sonne gaanz langsam vor einem ebenso gelb-orange erleuchteten Himmel über dem Meer hinterm Horizont, bis irgendwann nur noch die Wolken von unten angestrahlt wurden und es schließlich dann ganz dunkel war. Aus gutem Grund hatte ich in dem für Überfälle bekannten Tamarindo meine Kamera im Hostel gelassen (insgesamt gibt es somit leider kaum Bilder vom Wochenende), aber glücklicherweise hatte Frédéric eine meega Spiegelreflex-Kamera dabei und wird mir die Bilder hoffentlich bald per Facebook zukommen lassen:) (sofern er mal wieder in Frankreich ankommt, denn erst geht’s für ihn jetzt noch 2 Wochen nach Malaysia, ist ja quasi ein Katzensprung^^). Da es uns so wahnsinnig gut gefiel und wir auch noch mehr vom Ort sehen wollten, beschlossen wir, eine weitere Nacht in Tamarindo zu bleiben. In einer kleinen Smoothie-Bar im Ort tranken wir einen leckeren Batido, ich weiß gar nicht, wie ich ohne die leckeren Guayabas (Guaven) in Deutschland auskommen soll:D Danach kehrten wir wieder ins Hostel zurück, wo wir eine weitere Deutsche kennenlernen durften und bis spät in die Abendstunden selbstgemachte Cocktails mit den Jungs tranken, denn für Frédéric war es der letzte Abend nach einem Jahr Backpacking durch ganz Süd- und Zentralamerika… Ich finds immer wieder toll, so viele Leute mit ihren ganz eigenen Stories kennenzulernen; nachdem ich jetzt soo viele Backpacker hier getroffen habe, weiß ich, dass ich so eine Reise ganz bald auch mal machen will!!!
Am Freitag gönnten wir uns ein leckeres Frühstück mit Toast, Käse, Rührei, Kaffee und dank der Jungs gab‘s zusätzlich Baguette, Frischkäse und Papaya. Danach machten wir uns auf den Weg, um den Ort und die vielen Geschäfte ein wenig zu erkunden, wobei ein paar nette kleine Andenken in unseren Taschen gelandet sind (auch wenn wir beide dank der Gepäckbegrenzung eigentlich sogut wie gar keine Souvenirs mitbringen können, aber so wird wenigstens dem Kaufwahn ein bisschen entgegengesteuert:D). Ich selbst kaufte mir eines der Imperial-Shirts, die man hier an der Küste fast überall bekommt und die ich schon an so manchem braun gebrannten Surfer-Girl bewundert habe… In Deutschland werde ich darin bestimmt seltsam angeguckt, aber ich musste es mir jetzt einfach kaufen, hihi :) Unserer kleinen Shopping-Tour folgte ein weiterer ausgiebiger Strand-Tag, Tamarindo läd eben wirklich einfach zum Nichts-Tun und Entspannen ein! Nachmittags nutzten wir dann noch ein letztes Mal unsere so lieb gewonnene, saubere, gemütliche Hostel-Küche, bevor es um 5 Uhr dann schließlich mit dem Bus zurück nach Liberia ging… Denn wie immer hatten wir mal wieder super geplant: um keinen weiteren ganzen Tag mit Busfahren zu verbringen, hatten wir für den Samstag einen Marinepark in Puntarenas rausgesucht, sodass wir die Busfahrten perfekt aufspiltten konnten… Im Dunkeln ging es nach Liberia, wo wir über Nacht bleiben wollten, um Samstagsmorgens weiter nach Puntarenas zu fahren und dort noch den Samstag verbringen zu können. Im Bus fiel uns dann aber ein Malheur auf: Schlau wie wir waren, hatten wir unsere Bikinis zum Trocknen auf die Wäscheleine gehangen und – natürlich – dort vergessen, sodass ich nun schon Lieblings-Bikini Nummer 2 in Costa Rica verloren habe (Lieblings-Bikini Nummer 1 ist übrigens ein Misterium, da ich ihn nicht einmal anhatte bis auf einmal die Hose unerklärlicherweise wie vom Erdboden verschluckt war – das Oberteil ist zum Glück noch da). Coco‘s Bikini hatte sie gerade neu in Panama erstanden und immerhin einmal angehabt  Aber Dank unserer vielen Hostel-Bekanntschaften besteht tatsächlich die Hoffnung, dass wir sie eventuell in einer Woche wiederbekommen, wir haben einer Deutschen auf jeden Fall eine schöne Überraschung beschert, direkt an ihrem zweiten Abend in Costa Rica ans Rezeptions-Telefon im Hostel gebeten zu werden :D…
Angekommen in Liberia suchten wir uns jedenfalls sofort ein Hostel und freuten uns erschöpft schon auf unsere Betten. Das Hostel war direkt am Busbahnhof und eigentlich wirklich nett für eine Nacht, hätte es nicht diese tolle Karaokeparty in der Bar nebenan gegeben! Wenn die Ticos eines können, dann ist es, keinen Scham zu zeigen, was singen oder tanzen angeht, selbst, wenn man für keines der beiden Dinge das kleinste Bisschen Talent besitzt… Und so mussten wir uns wirklich schräge, aber stets beherzte falsche Töne anhören, wobei die Szene wirklich einer übertriebenen Film-Komödie hätte entstammen können, denn so kläglich schrägen Gesang wie von verzweifelten Besoffenen aus der letzten Großstadt-Gosse hätte ich mir in Wahrheit kaum vorstellen können… Zumindest nicht mehrere Stunden lang:D Wir zogen Vergleiche zu heulenden Seehunden oder kläglichem Katzengewimmer, was im Enddeffekt doch ziemlich lustig, nur eben zum Einschlafen nicht besonders förderlich war:D Aber gut; auch das wahrscheinlich ein Erlebnis, das ein Backpacker mal gemacht haben muss und als wir erst mal schliefen, wurden wir tatsächlich erst am nächsten Morgen wieder wach

Am Samstag ging es dann also mehr oder weniger erholt noch in den Pazifik Marine Park in Puntarenas, einer Art Sealife, in dem es ein Aquarium, sowie Schildkröten-, Krokodil-, Hai- und Seesternbecken gab!
Der Park war zwar etwas kleiner als erwartet und mit großem Spielplatz, Hüpfburgen und Kinderpool wohl eher für Familien gedacht, doch nichtsdestotrotz hatten wir einen tollen Tag dort! Im Aquarium sahen wir sämtliche Fisch- und Korallenarten und durften außerdem Seesterne und weitere Meerestiere bestaunen und anfassen. Am Besten gefielen mir die großen Wasserschildkröten und nun habe ich endlich auch ein paar Krokodile gesehen, wenn auch (wahrscheinlich besser so) nicht in freier Wildbahn. Am Nachmittag galt es sich dann wieder zu verabschieden, denn ab Puntarenas ging es für mich zurück nach Esterillos die Pazifikküste entlang, während Coco sich auf den Weg nach San José machte… Zum Glück sehen wir uns nochmal, bevor ich nach Hause fliege, sodass uns der Abschied nicht ganz so schwer fiel:) Zu Hause erwartete mich dann ein leckeres Abendessen sowie Besuch von Rositas Bruder, mit dem ich mir noch einen Film anschaute – natürlich auf Spanisch, um alles Sprachtraining der letzten Tage nachzuholen:) Dabei fielen mir aber schon die Augen zu, so müde war ich von den letzten schlaflosen Nächten ;)

Jetzt darf erst mal die Deutsche Elf heimkommen, ich folge ihnen dann in 2 Wochen und bemühe mich, mir Zeit zu lassen, denn heim will ich eigentlich immer noch nicht ;)
Morgen geht erst mal die Arbeit wieder los, ich freu mich schon, die Kinder endlich wieder zu sehen, denn ohne sie war es trotz der vermehrten Zeit für Strandgänge dann doch ein wenig langweilig im Kindergarten! :)
Der Tamarindo-Trip war jedenfalls definitiv eins meiner Reise-Highlights, ich bin immer wieder glücklich, wie sich die Costa-Rica-Karte mit „Da-War-Ich“-Punkten füllt :) Hab ich erwähnt, dass das Land ein Reise-Paradies ist??? Ich jedenfalls bin total enamorada de la Pura Vida und werde meine verbleibenden Wochen ganz sicher genießen!!!!!!
Bis viel zu bald,

Eure Pauli

(Fotos vom Marinepark folgen morgen;) )

Leave as a friend :)          der Cocktail-Mixer :)

                                                                                 

Auf geht's nach Guanacaste!

08Juli2014

Viel Zeit habe ich nicht, denn ich muss noch meinen treuen Backpack-Rucksack für die nächste Tour vorbereiten!
Aber um euch auf dem Laufenden zu halten: Morgen geht's für mich zusammen mit Coco nach Guanacaste!!! Da die Sprachschüler Unterricht haben und Coco und ich die einzigen mit Ferien sind, werden wir diese Woche nur zu zweit reisen, aber wir sind ja schon ein eingespieltes Travel-Team ;) Wie sehr ich dieses Mädchen vermissen werde!!! Aber unsre private "Reunión" ist schon jetzt geplant, zum Glück wohnt sie gar nicht weit weg!
Die nächsten Tage haben eindeutig Potential, mein nächstes großes Highlight meiner Reise zu werden, denn gemeinsam wollen wir die gesamte Küste der Nicoya-Halbinsel entlangreisen!
Um pünktlich zum Finale zurück zu sein (und Deutschland ist ja jetzt sicher im Finale! WAAAS war das bitte eben für ein krankes Spiel gegen Brasilien????????), werden wir bis Samstag also die Halbinsel unsicher machen, und somit nehme ich mir von Mittwoch bis Freitag frei, denn dank der Ferien komme ich im Moment im Prinzip sowieso nur zum Mittagessen in den Kindergarten^^
Erstes Ziel ist nun Liberia, die Hauptstadt der Provinz Guanacaste. Eine grobe Route haben wir uns natürlich überlegt, aber gemäß dem "Pura Vida" werden wir von dort aus in den folgenden Tagen eher spontan weiter Richtung Küste reisen! Die erste Herausforderung wird es für mich sein, alleine inklusive Haltestellenwechsel und Umsteigen in Puntarenas dort anzukommen und hoffentlich irgendwo Coco zu finden, denn sie wird logischerweise von San José aus anreisen! Das chaotische Busreisen bin ich ja mittlerweile aber schon gewohnt, ich bin also zuversichtlich,ein ereignisreiches Wochenende vor mir zu haben :)
Berichterstattung folgt, wenn ich zurück bin, feiert schön Deutschland für mich y VAMOS A GANAR!!! :)

Hasta pronto!
Eure Pauli

Fin de semana en Escazú!

07Juli2014

Am vergangenen Wochenende ging es für mich wieder einmal nach San José bzw. zurück in meine alte „Heimat“ Heredia! :) Ich durfte nämlich meine Gastfamilie zu einer Reunion (Familienfeier) begleiten, da meine Gastmama meinte, ich solle mal sehen, was in Costa Rica eigentlich eine große Familie sei! ;) Da ich nach wie vor überglücklich bin, wie lieb hier alle zu mir sind und wie selbstverständlich ich ins Familienleben integriert werde, sagte ich natürlich sofort zu! Da die Maestra mal wieder krank war, musste ich am Freitag nicht mal zur „Arbeit“ gehen, und so saß ich schon morgens um 11 Uhr mit meiner Gastmama im Bus nach San José! Hier begegnete mir auch schon das erste Abendteuer des Wochenendes: das WM-Spiel von Deutschland gegen Frankreich per Busradio verfolgen – dank Funklöchern und spanischer Moderation sicherlich keine Leichtigkeit! Tatsächlich nämlich waren wir scheinbar genau in der 13. Minute des Spiels in einem Funkloch, denn das langgezogene „Goooooool“ der Moderatoren ist normalerweise kaum zu überhören... In der Folgezeit der ersten Halbzeit meinte ich zwar einige Male raushören zu können, dass von einem deutschen Tor die Rede sei, aber sicher war ich mir nicht! Glücklicherweise machten wir genau zur Halbzeit eine Pause an einem Busbahnhof , wo das Spiel an zwei Monitoren übertragen wurde, sodass ich nun alle wichtigen Spielmomente wie für mich gemacht in der Zusammenfassung sehen konnte und endlich Gewissheit hatte: Ja, es steht 1:0!
Bei der zweiten Halbzeit war ich mir dank gutem Radioempfang dann sicher, dass sie torfrei geblieben war und etwa zeitgleich mit Ankunft in San José stand fest: Wir sind im Halbfinale!
Nachdem also dieses erste Hindernis gut überstanden war, ging ich mit meiner Gastmama erst mal etwas Leckeres essen, bevor wir schließlich Cesar trafen, der gerade von seiner Arbeit kam. Erstaunlicherweise blieb sogar der gesamte Nachmittag völlig regenfrei und wolkenlos, was ich von meinen ersten 5 Wochen in Heredia deutlich anders gewohnt war, sodass wir einen schönen, sonnigen Tag in der Hauptstadt verbringen konnten! Schon am Freitag waren alle Straßen voll von Fußballfans und Ticos in Costa-Rica-Trikots, obwohl das Spiel eigentlich erst am Samstag sein würde. Überall hupende Autos und Flaggen, die Ticos wissen wirklich, wie man feiert!
Da meine beiden Gastgeschwister Cesar und Nati in San José arbeiten bzw. studieren und so ein Haus in Heredia haben, wurde ich das Wochenende über von meinen Geschwistern beherbergt:) Als es zu dämmern begann, nahmen wir also einen Bus nach Heredia und ließen den Abend gemütlich im „Familienkreise“ ausklingen! :)
Am Samstag brachen wir dann zur Familienfeier auf, die in Escazú, im exklusivsten Stadtteil der Provinz San José (bzw. ganz Costa Ricas^^), stattfand. Auf dem Weg dorthin lernte ich dann auch meinen dritten Gastbruder Gregory und dessen Frau Wilma kennen, die in den Bergen von San José wohnen und uns mit ihrem Auto abholten. Die Autotour durch die „Montanas“ von San José bis hinauf zu den Hügeln von Escazú bot nicht nur wundervolle Ausblicke auf schönste Berg- und Vulkanlandschaften, Weiden und wunderschöne Häuser, sondern dank der lauten (und schiefen) Karaokeeinlagen zu „I will always love you“ von Gregory am Steuer auch noch eine Meeenge Spaß!!! Rosita war schon überaus besorgt, dass ich in Deutschland erzählen würde, bei was für einer verrückten Familie ich da eigentlich gelandet sei, aber ich fand es sehr amüsant, wie Wilma ihm mit der linken Hand die Fußball-Fantröte als Mikrofon hinhielt, mit der rechten Hand die Costa-Rica Flagge aus dem Fenster schwenkte und Gregory keinerlei Scheu zeigte, das Radio noch ein bisschen lauter zu drehen :D Nach einer lustigen und wilden Autofahrt durch die Berge San Josés, bei der ich gefühlte 1000000 Flaggen gesehen hatte (und so gut wie keinen Tico, der nicht im passenden Trikot herumlief), kamen wir schließlich in Escazú an, wo die Familienfeier schon im vollen Gange war! Und ja, ich kann bestätigen: Rosita hatte nicht gelogen, was die Größe ihrer Familie anging (zumal dies nur der Teil väterlicherseits war) und ich konnte nicht so recht glauben, dass weitere 40 Leute aufgrund des Fußballspiels nicht gekommen waren! Die Feier fand draußen auf einem schönen Gelände mit Grillhaus, Fußballfeld und Spielplatz für die Kinder statt und wirkte für mich mit all den Leuten, der lauten Musik und dem vielen Essen fast wie ein Volksfest in Deutschland! Zu essen gab es typische costaricanische Gerichte, Eis, typisches Süßgeback und natürlich (wie immer) Tortillas, Taccos, Chips, Nüsse und alles, was man irgendwie knabbern kann (Und die Menge an Essen kam wirklich fast an eine Baltes-Feier ran, hier dürften sich einige Leute angesprochen fühlen :D ;) ). Um beim Spiel nichts zu verpassen, schlugen Nati und ich (sowie alle anderen Gäste auch) uns schon vor dem Spiel die Mägen voll, sodass wir pünktlich um 2 Uhr allesamt vor dem Fernseher saßen. Und ungelogen: So eine Emotion habe ich bei einem Fußballspiel selten erlebt! (Und das, obwohl ich doch eigentlich aus der Fußball-Hochburg-Deutschland komme!) 120 Minuten pure Emotion, Freude, Aufregung, Beten. Und wie die Ticos für ihre Mannschaft beteten, sie stellten sogar extra ein Marienbild neben den Fernseher :D Nachdem die 120 Minuten so erfolgreich durchkämpft waren und sich die Ticos so tapfer in der Abwehr geschlagen hatten, dankten alle Gott dafür, so weit gekommen zu sein! Das folgende Elfmeterschießen war dann so ziemlich das schrecklichste, was hätte passieren können, ich selbst konnte kaum hinsehen. Aber die Traurigkeit hielt ungefähr 5 Minuten an, danach wurde schon wieder gefeiert, wie toll es sei, Tico zu sein, wie weit die Mannschaft doch gekommen war und alle waren genau so „loco“ wie zuvor… Einfach unglaublich, wie stolz die Ticos auf ihr schönes Land sind! (Morgen (am Dienstag) wird übrigens die Mannschaft zurück nach Costa Rica fliegen, was hier scheinbar zu einer Art neuem Nationalfeiertag wird :D In San José werden Straßen gesperrt, es werden mehr Leute als zum Public-Viewing erwartet, das ganze Spektakel wird im Fernseher übertragen und der Präsident wird die Spieler zusammen mit seinen Bürgern empfangen.)

Nach dem Spiel wurden dann Familienfotos geschossen und es wurde getanzt und noch mehr gegessen. (Neben dem gekonnten Latino-Hüftschwung von Nati und ihrer Cousine erinnerte mein Tanzen wahrscheinlich mehr an ein zaghaftes Rumgetänzel, aber was solls, Spaß hat‘s trotzdem gemacht :D ).
Pünktlich zur Dämmerung ging es dann mit dem Auto zurück nach Heredia. Während der Fahrt durch San José war dabei wenig von einer Fußball-Niederlage zu merken, denn die Straßen waren noch voller als am Morgen, Ticos mit Fahnen reckten sich aus geöffneten Autodächern, überall jubelten Fans in ihren Trikots und es gab eigentlich keine Autohupe, die zu diesem Zeitpunkt nicht im Einsatz war! Wilma gab natürlich auch wieder ihr bestes und jubelte jedem Tico am Straßenrand zu :D Nach einem zweiten, komplett regenlosen Tag konnte ich also Bilanz ziehen: ein eindeutig gutes, amüsantes, erfolgreiches und vor allem spaßiges Wochenende, an dem ich ein weiteres Stück Tico-Kultur kennenlernen durfte, muchas gracias! :)

In der Nacht zum Sonntag erlebte ich dann übrigens mein erstes kleines Erdbeben, das ich nicht verschlafen hatte, denn angeblich hatte es schon 2 oder 3 mehr gegeben, seit ich hier bin, die ich allerdings im Schlaf nie bemerkt hatte! Einen erstaunlich langen Zeitraum über wackelte mein Bett und ich darin, doch so richtig klar wurde die Situation eigentlich erst, als alles schon wieder vorbei war. Normalerweise sollte einem ein Erdbeben ja Angst bereiten, aber ich fand es total cool, endlich ein Erdbeben erlebt zu haben, eine weitere Sache, die ich also als „done“ abhaken kann :D
Am Sonntag wurde nur noch gemütlich gefrühstückt, fürs Mittagessen eingekauft und schon waren Rosita und ich wieder auf dem Weg nach San José und von dort aus ging es Richtung Heimat! Zurück im schönen Esterillos kochten wir uns leckere Pasta und dann lag ich auch schon wieder in der Sonne am Strand – der perfekte Abschluss eines perfekten Wochenendes!

Leider funktioniert im Moment das Internet nicht richtig (und Cesar ist nicht da, um es zu reparieren :D) daher gibt’s leider erst mal keine Fotos, denn das Hochladen klappt nicht. Ich werde aber sicherlich welche nachfügen, bis dahin wie immer: PURA VIDA!!!

Eure Pauli

Nunca se acaba la "Pura Vida" !!!

01Juli2014

Hola mis amigos!!

Wie ihr merkt, so langsam stecke ich gänzlich in der Pura-Vida-Mentalität drin, was ein klein wenig zu einer momentanen Schreib-Trägheit beiträgt :D Dafür erst mal also ein dickes „Entschuldigung“, aber im Moment genieße ich es einfach, jeden Tag am Strand liegen, mit Ticos plaudern und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen zu können, ohne irgendetwas weltbewegendes tun zu müssen;)! Ja, das klingt ziemlich faul und zugegeben: das bin ich momentan auch, aber wie mein Tico-Freund Carlo gestern zu mir sagte: Tranquila! La unica cosa que corre es el mundo! :) Klaro, Arbeitsmoral und Ehrgeiz sind sicher sehr wichtige, positive Eigenschaften, aber hin und wieder könnte sich so mancher (wenn man denn den Klischees mal nachgeben darf) penibler, zeitgenauer Deutscher tatsächlich eine Portion Pura Vida abschneiden!!!
Am letzten Wochenende war ich eigentlich zu meiner Lieblings-Yami nach Hause eingeladen, da aber leider sehr kurzfristig etwas dazwischen kam, blieb ich mein erstes und bisher einziges Wochenende tatsächlich gänzlich zu Hause und so nutzte ich die Zeit, um Esterillos mal so richtig zu erkunden! Wie schon gesagt, muss man hier für weite Strandspaziergänge nämlich die „Marea“ beachten, denn sonst könnte es passieren, dass man auf dem Rückweg bei Flut auf einmal an einigen Stellen vor einer großen Menge Wasser steht und nicht mehr zurückkommt ;)
Am Wochenende hatte ich also alle Zeit der Welt, um die „marea baja“ abzuwarten und dann ließ ich mir von Carlos mal die schönsten Geheimplätze hier zeigen!!!
Geht man den Strand in Richtung Osten entlang, so verläuft irgendwann parallel zum Meer ein Fluss, der an mehreren Stellen ins Meer mündet. Genau diese Flussmündungen kann man bei Ebbe mit knöchelhohem Wasser leicht durchqueren, sodass wir kilometerweit entlang des Ufers spazieren konnten. Bei Flut sollte man sich allerdings überlegen, ob man den Fluss noch durchqueren möchte, denn dann geht einem das Wasser mindestens bis zum Bauch und da im Fluss Krokodile wohnen, ist es weniger empfehlenswert, tiefe Stellen zu passieren, an denen man den Boden nicht sehen kann! Am Flussufer sahen wir viele Tiere wie Krabben, Fische, Leguane, Pelikane und auch einen Affen, doch traurigerweise (oder wahrscheinlich eher glücklicherweise) bekam ich die Krokodile nicht zu sehen.
Carlos zeigte mir außerdem sämtliche Fruchtarten, die man hier finden konnte und versorgte mich natürlich auch mit meiner täglichen frischen „Pipa“ (Kokosnusswasser) vom Baum!
Lustigerweise werde ich hier wirklich immer von der „männlichen Tico-Fraktion“ angesprochen, wenn ich am Strand entlang schlendere (manchmal ist es wirklich schon nervig^^) und gentleman-like wird mir immer angeboten, mir eine Pipa vom Baum zu holen, mir einen Mango-Fresco zuzubereiten oder zum Mittagessen mitzukommen… Zur Pipa sage ich da nie nein, ein bisschen darf man’s ja ausnutzen, dass die Ticos so auf „chicas blancas“ (weiße Mädchen) aus Deutschland stehen, hihi! ;)
Außerdem durfte ich an diesem Wochenende mit Cesar (der Fischer-Cesar) eine kleine Motorradtour am Sandstrand machen, ich bin natürlich nicht selbst gefahren, sondern saß hinten auf und ließ mich mit sausender Geschwindigkeit über den Sand hinweg kutschieren!!! Eine weitere Eigenschaft, die ich an den Ticos liebe: es erfüllt sie mit wahnsinnigem Stolz, Besuchern ihre Heimat zeigen zu dürfen und so bieten sie einem sämtliche Aktivitäten an und freuen sich, das „deutsche Mädchen“ kennenlernen und mit ihr Zeit verbringen zu können… und das dazu noch immer spontan…! Eigentlich nämlich war ich gerade auf dem Heimweg vom Strand, da kam mir Cesar mit seinem Motocross-Bike entgegen. Ein schnelles ¡Hola!, ein freudiges ¡Vamos! und schon fand ich mich hinter ihm auf seinem Bike wieder und sauste mit den Wellen um die Wette:)
Noch ein weiteres Highlight hielt das Wochenende natürlich bereit: Das WM-Spiel von Costa Rica gegen Griechenland… Ein schrecklich schrecklich spannendes Spiel, wobei die Ticos (und ich mit ihnen) dank des Gegentores in der Nachspielzeit bis zum Elfmeterschießen zittern mussten und dann tatsächlich – mit 10 Spielern!! - verdient gewonnen haben!
Der Einzug ins Viertelfinale ist für die Ticos eine SENSATION und meine Gastmama fing sogar an zu weinen vor Stolz auf ihr „lindo pais“, obwohl sie eigentlich gar kein Fußball mag!!! :D Nach dem gehaltenen Elfmeter durch Torwart Navas und letztlich dem Siegesschuss durch Michael Umana liefen selbst im ruhigen Esterillos alle Leute in die Straßen, schrien „Que lindo ser tico“ und ich hatte das Gefühl, dass so manche Autohupe an diesem sonnigen Nachmittag ihre Funktionsfähigkeit verlor :D
Als nächstes steht jetzt also die Niederlande als Gegner an, mit Sicherheit eine Herausforderung… Aber wer weiß, bisher haben die Ticos ja ihr Bestes geleistet, die ganze Welt zu überraschen! In diesem Sinne: Vamos Ticos! Viva la Sele! Vamos al futbol!!!
Und nebenbei: meine Deutschland-Treue habe ich sicher nicht verloren, das gestrige Spiel gegen Algerien habe ich natürlich nicht verpasst! Zwar hat mir das Achtelfinale von Costa Rica deutlich besser gefallen, aber immerhin haben wir schlussendlich auch gewonnen;)

Im Kindergarten ist meine Arbeit ab jetzt wieder meeehr als Pura Vida, denn die Kids haben Anfang Juli jedes Jahr 2 Wochen Ferien… Kurz hatte ich überlegt, für diese Zeit mein Projekt zu wechseln, aber da mir gesagt wurde, dass es trotzdem etwas für mich zu tun gäbe und es mir einfach vieeel zu gut hier gefällt (immerhin ist keines der anderen Projekte mit Kindern am Strand ;) ), bleibe ich hier und ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung:D Da keine „clases“ sind, kann ich im Prinzip kommen, wann ich will… Meistens trudel ich zwischen 9 und 10 Uhr ein und dann helfe ich Sonia bei allem was eben ansteht: Möbel umstellen, Blumen gießen, Dekoration basteln, und und und… Die Spielzeiten der Viertelfinale kommen mir außerdem sehr gelegen, denn so kann ich immer pünktlich zu Arbeitsbeginn parallel alle WM-Spiele gucken, ich glaube so informiert über die Spiele war ich bisher bei keiner WM :D
Heute sollte ich für jedes der Kinder Hände aus Pappe ausschneiden, auf die sie in 2 Wochen, wenn der Kindergarten wieder losgeht, ihre Namen schreiben und sie dann in ihre Folder kleben sollen. Außerdem habe ich mir überlegt, in den nächsten Tagen für jedes der Kinder eine Kleinigkeit zu basteln, denn am Montag, wenn die Clases wieder losgehen, werden wir eine Fiesta im Kindergarten feiern, es wird Eis und Süßigkeiten geben und so kann jedes Kind ein kleines Geschenk bekommen, das sie dann an ihre Eltern weiterverschenken können.
Zwischen 11 und 12 Uhr bekomme ich auch ohne Kids ein leckeres Mittagessen mit frischem Fresco und danach darf ich eigentlich schon wieder gehen, kann allerdings bleiben solange ich möchte. Ich sollte mich vielleicht nicht allzu sehr an diese gemütliche Arbeitsweise gewöhnen, denn so langsam frage ich mich, wie ich mir bei all dem Pura Vida hier in Costa Rica jemals Gedanken um ein Studium machen soll! :D
Aber gut, das kann ich immer noch machen, wenn ich zurück bin, denn viel Zeit bleibt mir schon nicht mehr… Im Prinzip habe ich jetzt noch 3 Wochen zum Reisen und diese habe ich tatsächlich schon jetzt alle verplant; das heißt, ab jetzt wird also kein Wochenende mehr zu Hause verbracht! Am meisten freue ich mich auf nächste Woche, da werde ich mir nämlich ein paar Tage freinehmen (da es ja ohnehin derzeit nicht viel zu tun gibt;) ) und zusammen mit Freunden aus der Sprachschule durch ganz Guanacaste reisen, denn die Halbinsel möchte ich unbedingt noch kennenlernen!!

Bilder gibt’s diesmal nur ein paar von meinem Handy (zum Teil mit hässlichen Filtern, sorry dafür^^), zum Strand nehme ich meine Kamera fast nie mit… Ich werde aber sicher in den nächsten Tagen nochmal mit meiner Freundin Kamera zum Krokodilfluss gehen, um auch diesen wunderschönen Ort für euch festzuhalten!
Bis dahin: Pura Vida!!!
Eure Pauli


Strandausflug      

Sonntags-Schnorcheln:)

23Juni2014

Da mein Ausflug nach Jaco am letzten Wochenende der einzige Programmpunkt in meinem Kalender war, hatte ich den gesamten Sonntag Zeit zum Faulenzen!
Zunächst mal schlief ich gemütlich aus bis halb 9 (was macht das Costa-Rica-Klima nur mit mir???) und legte mich nach einem entspannten Frühstück sofort in die Sonne an den Strand. Bewaffnet mit Sonnencreme und einem Buch verging der Vormittag wie im Flug und die Wellen waren klein genug, dass man problemlos auch ein bisschen raus schwimmen konnte:)
Mittags gab’s leckeren Kartoffelsalat, denn zum Glück findet meine Gastmama den klassischen Reis mit Bohnen jeden Tag ebenfalls langweilig und sorgt so immer für Abwechslung in der Küche:)
Diese Woche sorgt die „Marea“ dafür, dass nachmittags Ebbe herrscht, sodass man dann perfekt den weitläufigen Sandstrand entlang laufen und in den Felsenbädern schwimmen kann. Hier in Esterillos gibt es nämlich einige schöne Stellen mit riesigen Felslandschaften entlang des Meeresufers, die bei Flut überschwemmt sind und somit den Meeresboden bilden, bei Ebbe aber zu kleinen natürlichen Schwimmbecken werden, da von Natur aus einige Steine wie eine Mauer weiter aus dem Meer hinaus ragen und so bei Ebbe als perfekter Beckenrand dienen. Da das Wasser in den kreisrunden Felsbecken nahezu ungestört von der Meeresströmung bleibt, heizt sich das Wasser in der Mittagssonne auf, sodass man das Gefühl hat, in geheizten, ruhigen Freibädern zu schwimmen!
Die günstige „Marea“ nutzten Cesar und ich aus und spazierten nach dem Mittagessen mit der Schnorchelausrüstung unterm Arm den Sandstrand entlang, damit ich das Schnorcheln endlich auch mal im Meer ausprobieren durfte! Als wir nach einem kurzen Fußmarsch an einer geeigneten Stelle ankamen, zogen wir also Schnorchel und Taucherbrille an und schon ging es ab ins Wasser!
Schon nach wenigen Minuten unter Wasser hatte ich zahlreiche Fische, Korallen und Muscheln beobachten können und ich konnte gar nicht glauben, dass ich die gesamten letzten Wochen ständig zwischen einer solchen Meereslandschaft geplanscht hatte, ohne die leiseste Ahnung zu haben, welche Meeresbewohner da eigentlich um mich herumschwammen!! Direkt um uns herum nämlich schwammen Schwärme von Fischen in allen Farben und Größen, in gelb, marineblau, rot, orange, gestreift, gepunktet… und es schien sie nicht einmal wirklich zu stören, dass da 2 solche Riesen in ihre Höhlen hineinschauten! Einige Fische waren deutlich größer als mein Kopf und ich war so fasziniert, dass wir mehrmals das „Becken“ wechselten und insgesamt über 2 Stunden blieben! Mein persönliches Highlight an diesem Sonntag aber war ein riesiger Mantarochen, der plötzlich seelenruhig an uns vorbeischwamm und über den Felsboden dahinglitt.

Cesar erzählte mir natürlich wieder, dass wir im Prinzip noch nichts gesehen hätten, dass es viel bessere Strände zum Schnorcheln gäbe und es auch hier viel größere und noch schönere Fische gäbe… Als ob das für einen Schnorchel-Anfänger nicht schon mehr als genug gewesen wäre :D Vielleicht liegt es auch einfach an meiner Gabe, mich von allem und jedem begeistern zu lassen, aber für mich war das Schnorcheln trotz angeblich „weniger“ Fische eine wirklich perfekte Nachmittagsbeschäftigung.
Als die Sonne allmählich hinter den Palmen verschwand, begaben wir uns auf den Rückmarsch, nicht aber, ohne an einem kleinen Wasserfall halt zu machen, um uns dort das Salzwasser vom Körper zu waschen… Was soll man dazu sagen… Pura Vida eben!!!
Zum Schnorcheln und Schwimmen hatte ich natürlich meine Kamera leider nicht dabei und die tollen Unterwasserbilder, die ich hatte sehen können, werde ich wohl nur in meinem Kopf abspeichern können. Damit ihr trotzdem was zu sehen bekommt, gibt’s noch ein paar einfache Eindrücke von meinem Heimatstrand hier in Esterillos – viel Spaß damit! :)
Und schon sind es nur noch 5 Wochen hier, ich muss wirklich aufhören, die Zeit zu beachten, sonst gehen die Tage hier noch schneller um!
Wie ihr seht, es dauert nicht lange, da bin ich schon wieder zurück!! Bis dahin, disfruten la vida y hasta pronto!

Eure Pauli

       

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